Obwald grüsst Biel mi’me 14.07.2010
Bühne - 20:15h
Das Volkskulturfest Obwald gastiert mit einem mehrteiligen Konzertabend – gezeichnet von Archaischen Treichel- und Büchelklängen, Naturjuiz und Ländlermusig der anderen Art – am diesjährigen Pod'Ring.
www.obwald.ch
Mit von der Partie sind:
Siidhang
Siidhang ist Ländlermusig für die Gegenwart, Zukunftsländlermusig gar. «Weshalb hat das denn nicht schon lange jemand gemacht?» fragt man sich erstaunt, wenn man Siidhang hört, so selbstverständlich, leichtfüßig, und ungekünstelt kommt ihre Musik daher. Wie immer ist das Geniale das Offensichtliche, das alle übersehen haben. Siidhang bringen den Ländler wieder zum Tanzen, der in den letzten Jahrzehnten in einer schwerfälligen Behäbigkeit zu erstarren drohte. Aus der schwerfällig sich drehenden Matrone wird wieder ein junges, wendig wirbelndes Mädchen. Plötzlich lüpft und swingt der Ländler, die Arrangements und Rhythmen sind schräger und raffinierter, verschachtelter und verspielter, als ob sich Duke Ellington des Ländlers angenommen hätte. Und dabei wirkt alles ganz selbstverständlich und ungekünstelt, weit entfernt von den bemühten Versuchen, aus Volksmusik Hochkultur für die Konservatorien zu machen. Siidhang lassen ganz unverkrampft Einflüsse aus anderen Musikrichtungen zu, spielen mit Ländler, Jazz, Gospel und Pop, wie es ihnen gerade gefällt, und finden so eine Musik für das Obwalden von heute, dem sie eine hintersinnige Hymne widmen. Aber natürlich sind Siidhang nicht nur Musik, denn auf der Bühne werden sie zu einem veritablen Gesamtkunstwerk. Dani Wallimanns Sprachvirtuosität und Witz spiegeln die Musik von Siidhang, lassen sie ganz selbstverständlich scheinen, erklären sie, ohne zu erklären, indem er das Publikum in die richtige Stimmung versetzt. Ganz ungezwungen, ganz einfach und zugleich ganz raffiniert, ganz bodenständig und ganz elegant – ganz Siidhang eben.
www.siidhang.ch
Chälläwäiggär Ängälbärg
Wenn es Abend wird, auf den Alpen über Engelberg, kommt es vor, dass die jungen Älpler die grossen Treicheln aus dem Stall hervorholen, getragenen Schrittes durch die Alpweiden schrei- ten und ihr Glocken zu einer wahren Alpensymphonie erklingen lassen. Urklänge, die viele Feste in den Bergtäler begleiten.
Jodlergruppe Bärgrösli
Die Jodlergruppe Bärgrösli, Bauern und Älpler aus Alpnach, wo die Neuzeit nur sehr langsam Einzug hält – eigensinnig grenzen sie sich gegen die urbane Welt ab. Davon zeugt der Naturjuiz, den sie pflegen, der in dieser reinen Form nirgendwo sonst anzutreffen ist. Ursprünglich beruhten alle Juiz auf der Naturtonreihe, deren Tonfolgen heute wohl fremd in unseren Ohren klingen, doch lange die europäische Musik prägten. Erst im 18. Jahrhundert begannen sich die uns vertrauten wohltemperierten Tonarten durchzusetzen, zuerst in der höfischen und städtischen Kultur, dann begannen sie aber zusehends auch die Volksmusik zu prägen. Nicht jedoch in Alpnach. Deswegen klingt der Bärgröslijuiz für das unvertraute Ohr zuerst einmal kantig, fast rau. Hier findet sich keine schmalzige Geschmeidikeit, kein gefälliger Wohl- klang. Man meint den Ursprung des Juiz in der freien Natur, beim Arbeiten auf der Weide und Alp zu hören. Doch hört man länger zu, beginnt sich eine Klagwelt ganz eigener Harmonien, reich an hochkomplexen Figuren zu erschliessen. Es sind Klänge, die den stolzen und eigensinnigen Charakter der Menschen in diesen Tälern hinter dem Pilatus ahnen lassen. Hier herrscht keine billige Gefälligkeit, sondern ein unverfälschter Ausdruck, eine Sprache, die eigenen Gesetzen folgt.
www.baergroeseli.ch
Klais von Moos
Der begnadeteste Büchelspieler Obwaldens.