Kummerbuben do’je 01.01.1970
Bühne - 21:30h
Schweizer Volksmusik, das ist der hellbraune Subaru vom Grossvater, der schon seit Jahren im Hinterhof steht. An einem langweiligen Sonntagnachmittag merken die Enkel, dass sich aus dem staubigen Wrack etwas machen liesse. Ungefähr so sind die Kummerbuben auf die Schweizer Volkslieder gekommen, und so behandeln sie sie – wie eine alte, biedere Karre. Man hämmert zuerst ein bisschen drauf rum, pinselt seltsame Vögel auf den Lack und hängt ein Skelett an den Rückspiegel, bevor man sie zu mögen beginnt.
Die Kummerbuben sind sechs junge Musiker aus Bern. Ein Tom‐Waits‐Projekt hat sie vor gut zwei Jahren zusammengeführt. Die verschiedenen musikalischen Hintergründe der angesehenen Musiker formten eine eigentümliche Einheit. Das Projekt wurde zur Band. So entstand auch der Anspruch, etwas Eigenes zu schaffen. Da klingt die Waitssche Rohheit nach, wenn Simon Jäggi singt. Der herausragende Akkordeonist Mario Batkovic sorgt für balkaneske Würze. Daniel Durrer macht sein Saxophon zu einem mal röchelnden, mal plärrenden Klangstab. Die Rhythmus‐Sektion mit Urs Gilgen, Higi Bigler und und Tobi Heim legt rumpelnde Grooves darunter. Viel Vergnügen mit einer anderen Seite Schweizer Tradition!